Kurve Kriegen

Ruhrsystem bietet im Rahmen der Initiative „Kurve kriegen“, welche vom Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen wurde, der Polizei und deren Kooperationspartner, der AWO Essen,  zwei Module an:

 

•    individuelle Beratung  von Jugendlichen und deren Familiensystem
•    Sozialkompetenz-Trainings

 

Diese Angebote sollen aber nicht isoliert voneinander betrachtet werden, sondern als sich ergänzende Module, welche eine ganzheitliche Unterstützung der Jugendlichen ermöglichen und das Ziel der Initiative fördern, Kinder und Jugendliche vor einem Abgleiten in einer dauerhafte kriminelle Biografie zu bewahren.  

 

 

Module


Die Module „individuelle Begleitung der/des Jugendlichen“ und das Sozialkompetenz-Training bieten eine umfassende Betrachtung der Lebenslage der Jugendlichen. Wie in der Studie des Ministeriums verdeutlicht, bietet der Zusammenschluss der beiden Module die Berücksichtigung der folgenden Belastungsfaktoren: 

 

•    Probleme in schulischem Kontext
•    Umgang mit delinquenten Gleichaltrigen 
•    Konflikte im Familiären Kontext
•    mangelnde Erziehungskompetenzen der Eltern 
                                 

 

Dabei kommen gerade die Kernkompetenzen von Ruhrsystem zum Tragen. Hier können wir auf eine jahrelange Erfahrung im Umgang mit mehrfach belasteten Familiensystemen zurückblicken. Ausge-hend von einem systemisch-integrativen Ansatz betrachten wir jeden Menschen in seiner Ganzheit als einzigartige und selbständige Persönlichkeit. Die Offenheit und Neugierde darauf, jeden Men-schen immer wieder in seiner Individualität zu sehen, ist die Grundphilosophie unserer Arbeit. Dabei steht die hohe Wertschätzung der Biographie des Einzelnen und die Begegnung auf Augenhöhe für uns im Vordergrund. So liegt unserer Blick nicht vorrangig auf den defizitären Strukturen der Fami-lien oder dem delinquenten Verhalten des Jugendlichen, vielmehr gilt es, unter Berücksichtigung ei-ner systemisch-integrativen und sozialraumorientierten Haltung gemeinsam mit den Jugendlichen, ihren Familiensystemen und sozialen Netzwerken wie peer group, Schule und Gesundheitssystem, eine Perspektive zu entwickeln.

 

 

Individuelle Begleitung der Jugendlichen


Mit der individuellen Begleitung der Jugendlichen in ihren sozialen Netzwerken und Familiensyste-men soll die Erkenntnis aus der o.g. Studie Berücksichtigung finden, dass delinquente Verhaltens-muster  verstärkt werden, wenn es zusätzlich zu Problemen im Freizeit, Schul- und Familienleben kommt. So bietet die individuelle Begleitung die Möglichkeiten, 

 

-    die Eltern in ihren Familienkompetenzen zu stärken,
-    Familienkonflikte abzubauen,
-    ein vertrauensvolles Verhältnis zum Jugendlichen aufzubauen, um persönliche Themen zu be-sprechen,
-    Jugendliche und Eltern in schulischen Angelegenheiten zu unterstützen, 
-    erlernte Konfliktstrategien aus dem Sozialtraining in den Alltag zu transportieren,
-    ein gewaltfreies soziales und Netzwerk zu entwickeln,
-    Beratungsgespräche mit dem Jugendlichen zur Stärkung einer persönlichen und emotionalen Entwicklung zu führen.

 

 

Sozialkompetenz-Training


Die Inhalte des Sozialkompetenz-Trainings orientieren sich an theoretischen Grundlagen und den evaluierten Risikofaktoren der Studie zu „Kurve Kriegen“.  Kinder, die schon ab dem Alter von 8 Jah-ren durch ein dissoziales und delinquentes Verhalten auffällig werden, unterliegen einem erhöhten Risiko, eine manifeste kriminelle Verhaltensstruktur zu entwickeln. Dies deckt sich mit neuester Frühkindforschung, in der Martin Dornes darauf hinweist, dass die meisten gewalttätigen Jugendlichen schon in frühester Kindheit ein verstärktes aggressives Verhalten zeigen und dieses un-ter anderem auf die gewalttätigen Erziehungspraktiken von Eltern zurückzuführen ist (vgl. Martin Dornes in: Westend, 2004 S.75) Dies deckt sich mit den Aussagen  Petermanns, wenn er davon spricht, dass sich aus überdauerndem aggressiv-dissozialem Verhalten eine stabile innerpsychische Verhaltensdisposition entwickelt (vgl. Petermann in Klaus Fröhlich-Gildhoff Freiburger Anti-Gewalt-Training 2006, S. 21). Um also die Jugendlichen nachhaltig aus ihrem delinquenten Verhalten hin zu einer gewaltfreien Konfliktlösung zu bringen, ist es wichtig, die Jugendlichen

 

-    mit ihren Straftaten zu konfrontieren,
-    gewaltfreie Konfliktlösungen zu entwickeln,
-    sie in ihren Opfererfahrungen zu sehen ,
-    erkennen zu lassen, dass sie Situationen im Alltag neu und nicht immer bedrohlich bewerten,
-    im Umgang mit den eigenen Emotionen zu schulen,
-    in der Entwicklung einer eigenen Zukunftsperspektive zu unterstützen,
-    zu unterstützen, ein angenehmes und soziales Umfeld zu entwickeln, 
-    in ihrem Selbstwert zu stärken,
-    dabei zu unterstützen, eine ausgeglichene Freizeitgestaltung zu entwickeln, 
-    in Selbst- und Fremdwahrnehmung zu schulen,
-    in Gesundheitsfürsorge zu unterstützen.

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